SFB 688 erhält weitere Förderung bis 2017

Rund zehn Millionen Euro fließen in den kommenden vier Jahren in die Herz-Kreislauf-Forschung an der Universität Würzburg: Nach einer Begutachtung hat die Deutsche Forschungsgemeinschaft dem entsprechenden Sonderforschungsbereich die weitere Förderung bewilligt.

„Mechanismen und Bildgebung von Zell-Zell-Wechselwirkungen im kardiovaskulären System“, so heißt der Sonderforschungsbereich 688 (SFB), in dem Wissenschaftler der Universität Würzburg seit acht Jahren über Krankheiten wie Herzinfarkt und Schlaganfall forschen. Dabei waren sie bislang offensichtlich sehr erfolgreich: Nach einer Begutachtung hat die Deutsche Forschungsgemeinschaft dem SFB Anfang Dezember mitgeteilt, dass er für vier weitere Jahre Geld bekommt – bis 2017 insgesamt rund zehn Millionen Euro.

2-Photonenmikroskopieaufnahme von Nervenzellen (im Hintergrund, grün) und Blutgefäßen (im Vordergrund, rot) aus dem Gehirn lebender Mäuse.

„Das ist eine tolle Bestätigung unserer Arbeit“, freut sich SFB-Sprecher Professor
Bernhard Nieswandt. Ihm zufolge waren die Gutachter sehr beeindruckt davon,
wie gut in Würzburg Wissenschaftler aus Medizin, Biologie und Physik zusammen-
arbeiten. Besonders mit der biomedizinischen Grundlagenforschung am
Rudolf-Virchow-Zentrum sei der SFB vorbildlich verzahnt. 

Forschung für neue Therapien 

Auch die bisherigen Forschungsergebnisse fanden die Gutachter vielversprechend,
so Nieswandt: „Unsere Arbeit könnte eines Tages zu neuen Therapien bei Herzinfarkt
und Schlaganfall führen.“ So wurde im SFB 688 unter anderem herausgefunden,
dass eine Blockade des Blutproteins Kininogen die negativen Folgen von Schlag-
anfällen drastisch abschwächen kann. 

Schlaganfall: Neuer Ansatz für die Therapie

Ziele in den kommenden Jahren

Für die nächste Förderperiode hat die Deutsche Forschungsgemeinschaft insgesamt 18 Projekte bewilligt. In den kommenden Jahren wollen die Würzburger Forscher vor allem noch besser verstehen, wie bestimmte Entzündungsvorgänge und das Blutgerinnungssystem bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen zusammenwirken. Dazu setzen sie neueste Bildgebungstechniken wie Lasermikroskopie oder Kernspintomographie ein, um diese Prozesse am lebenden Organismus direkt sichtbar zu machen.

„Unsere Ergebnisse werden die Grundlage dafür bilden, um in einigen Jahren neue Medikamente gegen diese Volks-
krankheiten in den Händen zu halten“, ist sich Professor Christoph Kleinschnitz, wissenschaftlicher Sekretär des SFB, sicher.